Schulübergang

Am Ende des ersten Halbjahres der 4. Klasse stehen Eltern und Kinder vor einer der schwierigsten Weichenstellungen innerhalb der Schullaufbahn.

Das Streben nach einem möglichst hochwertigen Bildungsabschluss muss hierbei in Einklang gebracht werden mit Fähigkeiten, Begabung und Persönlichkeit des Kindes.

Nach den Weihnachtsferien werden die Lehrer der 4. Klassen Gesprächstermine für eine Beratung ihrerseits anbieten. Da die endgültige Entscheidung der Schullaufbahn allein die der Eltern ist, möchten wir Sie mit diesen Informationen bei Ihrer Vorbereitung auf das Beratungsgespräch und Ihrer - im Sinne Ihres Kindes - richtigen Entscheidung unterstützen.

 

Ob Hauptschule, Realschule oder Gymnasium -
nur die richtige Wahl verspricht langfristig schulischen Erfolg für Ihr Kind.

 

 
Die Hauptschule

bereitet auf die Berufs- und Arbeitswelt vor. Darüber hinaus befähigt sie die Jugendlichen, ihren Bildungsweg vor allem in berufs-, aber auch in studienqualifizierenden Bildungsgängen fortzusetzen.

Der Bildungsgang Hauptschule kann an Hauptschulen, an verbundenen Haupt- und Realschulen, an Mittelstufenschulen, an integrierten sowie an kooperativen Gesamtschulen absolviert werden. Die integrierte Gesamtschule ist von der nachfolgenden Darstellung des Bildungsgangs abweichend organisiert und verfolgt eine andere Unterrichtskonzeption mit Kurssystem. Der Bildungsgang führt zum Hauptschulabschluss in der einfachen und der qualifizierenden Form.

Der Unterricht in der Hauptschule baut auf den in der Grundschule erarbeiteten Inhalten und Lerntechniken auf. Die Methoden sind altersgerecht und führen Schülerinnen und Schüler zum eigenverantwortlichen Lernen. Inhaltlich besitzt die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen einen hohen Stellenwert. Praxis- und handlungsorientierter Unterricht sind Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit; sie werden durch Projekttage und fachübergreifende Projekte ergänzt.

In der Stundentafel der Hauptschule stehen die Fächer Deutsch und Mathematik im Zentrum. Englisch ist Pflichtfach und für den qualifizierenden Hauptschulabschluss auch Prüfungsfach. Ab der Jahrgangs stufe 7 findet zur Vorbereitung auf den Übergang Schule – Beruf eine intensive und strukturierte Berufsorientierung statt. Dem Fach Arbeitslehre kommt hierbei eine zentrale Bedeutung zu. Betriebserkundungen und Praktika vermitteln den Jugendlichen wichtige Einblicke in die Anforderungen und Bedingungen der Berufs- und Arbeitswelt.

Die Schülerinnen und Schüler werden individuell gefördert: Sowohl für die leistungsstarken unter ihnen als auch für die leistungsschwächeren werden Förderkurse oder Differenzierungsmaßnahmen angeboten.

Hauptschulabschluss

Die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule nehmen in der Jahrgangsstufe 9 an einem Abschlussverfahren teil. Dieses besteht aus zwei Teilen: den zentralen Abschlussarbeiten in den Fächern Deutsch, Mathematik und gegebenenfalls der ersten Fremdsprache sowie aus einer Projektprüfung.

In der Projektprüfung stellen die Schülerinnen und Schüler ihre bislang erworbenen Schlüsselqualifikationen unter Beweis, indem drei- bis vierköpfige Schülergruppen ein von ihnen selbst gewähltes Thema gemeinsam bearbeiten und das Ergebnis der Prüfungskommission vorstellen.

Entscheidend für die Abschlussvergabe am Ende der Jahrgangsstufe 9 ist nicht alleine das Abschneiden in den Prüfungen; besonderes Gewicht wird vielmehr auf die Leistungen gelegt, die im Unterricht aller Fächer erbracht wurden. Gute Leistungen werden durch die Erteilung eines qualifizierenden Hauptschulabschlusses deutlich gemacht (zusätzliche Teilnahme an den zentralen Abschlussarbeiten im Fach Englisch und eine Gesamtleistung von mindestens 3,0). Dieses Verfahren gewährleistet landesweit vergleichbare Abschlüsse.

Nach Erreichen des Hauptschulabschlusses stehen den Schülerinnen und Schülern neben dem Einstieg in die duale Ausbildung auch vielfältige Möglichkeiten der schulischen Weiterbildung offen.

 

Die Realschule

vermittelt ihren Schülerinnen und Schülern eine allgemeine Bildung und ermöglicht ihnen eine Schwerpunktsetzung entsprechend ihren Leistungen und Neigungen. Der Unterricht in der Realschule baut auf den in der Grundschule erarbeiteten Inhalten und Lerntechniken auf. Die Methoden sind altersgerecht und führen Schülerinnen und Schüler zum eigenverantwortlichen Lernen.

Der Bildungsgang Realschule kann an Realschulen, an verbundenen Haupt- und Realschulen, an Mittelstufenschulen, an integrierten sowie an kooperativen Gesamtschulen absolviert werden. Die integrierte Gesamtschule ist von der nachfolgenden Darstellung des Bildungsgangs abweichend organisiert und verfolgt eine andere Unterrichtskonzeption mit Kurssystem. Der Bildungsgang führt zum Realschulabschluss.

In der Stundentafel der Realschule stehen die Fächer Deutsch und Mathematik sowie die erste Fremdsprache im Zentrum. Inhaltlich kommt der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen ein hoher Stellenwert zu. Der breit angelegte Fächerkanon sichert die Zielsetzung der Realschule und qualifiziert die Schülerinnen und Schüler sowohl für die Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt als auch für den Besuch weiterführender Schulen.

Ab der Jahrgangsstufe 7 bietet die Realschule den Schülerinnen und Schülern ein breites Wahlpflichtangebot. Hier können Themen des Fachs Arbeitslehre oder Angebote zur Verstärkung der Pflichtfächer gewählt werden; alternativ können sich die Schülerinnen und Schüler für eine zweite Fremdsprache entscheiden. Diese bietet eine gute Voraussetzung zum Besuch einer weiterführenden Schule nach dem Realschulabschluss.

Die Realschule vermittelt nicht nur Fachkenntnisse und Fertigkeiten, sondern auch Einstellungen und Haltungen, die einen Lern- und Arbeitsprozess erleichtern. Mit dem Übergang in die Jahrgangsstufe 7 wird fachübergreifend ein Schwerpunkt auf die Berufsorientierung gelegt; Betriebsbesichtigungen und Praktika ermöglichen dabei einen Überblick über die Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt.

Die Schülerinnen und Schüler sollen am Ende ihrer Schulzeit eine qualifizierte Entscheidung treffen können, welche Berufsausbildung sie anstreben.

Realschulabschluss

Die Schülerinnen und Schüler der Realschule nehmen in der Jahrgangsstufe 10 an einem Abschlussverfahren teil. Dieses besteht aus zwei Teilen: den zentralen Abschlussarbeiten in den Fächern Deutsch und Mathematik und in der ersten Fremdsprache sowie aus einer Präsentation auf der Grundlage einer Hausarbeit oder einer mündlichen Prüfung. Dieses Verfahren gewährleistet landesweit vergleichbare Abschlüsse. Der Realschulabschluss (mittlerer Abschluss) bietet den Einstieg in eine duale Ausbildung und berechtigt je nach Leistung auch zum Übergang in weiterführende Schulen.

 

 

Das gymnasiale Angebot

richtet sich an intellektuell begabte, leistungsfähige und -willige Schülerinnen und Schüler und bereitet diese auf den Besuch einer Universität oder auf die Berufs- und Arbeitswelt vor. Es ist auf die Vermittlung einer breiten und vertieften Allgemeinbildung zugeschnitten und ermöglicht den Schülerinnen und Schülern darüber hinaus, entsprechend ihren besonderen Fähigkeiten und Neigungen Schwerpunkte zu bilden.

Der gymnasiale Bildungsgang führt die Schülerinnen und Schüler zur Allgemeinen Hochschulreife – zum Abitur. Er umfasst in der Sekundarstufe I die Jahrgangsstufen 5 bis 9 bzw. 5 bis 10, an die sich eine dreijährige Oberstufe (Sekundarstufe II) anschließt. Somit können die Schülerinnen und Schüler an den Gymnasien das Abitur nach acht Jahren (G8)bzw. das Abitur nach neun Jahren (G9) erreichen. Der gymnasiale Bildungsgang kann auch an integrierten und kooperativen (schulformbezogenen) Gesamtschulen absolviert werden. Die integrierte Gesamtschule ist von der nachfolgenden Darstellung des Bildungsgangs abweichend organisiert und verfolgt eine andere Unterrichtskonzeption mit Kurssystem.

An der überwiegenden Zahl der Gymnasien erlernen die Schülerinnen und Schüler Englisch als erste Fremdsprache; hier kann auf den Unterricht der Grundschule aufgebaut werden. Des Weiteren erhält jede Schülerin und jeder Schüler – in der Regel ab der Jahrgangsstufe 6, in G9 ab der Jahrgangsstufe 7 – Unterricht in einer zweiten Fremdsprache. Weitere Fremdsprachen können im Rahmen des Wahlunterrichts belegt oder ggf. auch in der Oberstufe neu begonnen werden. Je nach Ausrichtung der Schule werden neben Englisch am häufigsten Französisch, Latein, Spanisch, Italienisch, Russisch und Altgriechisch unterrichtet.

Zahlreiche Gymnasien und Gymnasialzweige kooperativer Gesamtschulen haben zudem vielfältige Profile zur Förderung und individuellen Schwerpunktbildung ihrer Schülerinnen und Schüler entwickelt. Hierzu zählen beispielsweise Angebote im Rahmen der Hochbegabtenförderung und zur Unterstützung leistungsschwächerer Schülerinnen und Schüler, ebenso die Förderung im Bereich der Fremdsprachen durch bilinguale Unterrichtsangebote, die Möglichkeit zum Ablegen von Sprachzertifikaten sowie die Ausbildung eines musikalischen oder mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkts.

Das Berufliche Gymnasiumist wie die gymnasiale Oberstufe ein studienqualifizierender Bildungsgang. Das Ziel ist die Allgemeine Hochschulreife, die – unabhängig von der gewählten Fachrichtung des Beruflichen Gymnasiums – zum Studium in allen Fakultäten an allen Hochschulen berechtigt. Neben der Allgemeinbildung werden in der gewählten Fachrichtung berufliche Bildungsinhalte vermittelt.

 

Mit Vorbehalt ließ sich bereits anhand der letzten Zeugnisse der 3. Klasse abschätzen, welcher Schultyp dem Lern- und Leistungsvermögen Ihres Kindes entsprechen könnte.

Allerdings steigen die Anforderungen in der 4. Klasse - entsprechend der geistigen Entwicklung der Kinder - und werden daher weiterhin anspruchsvoller. Auch sind individuelle Leistungsschwankungen natürlich bei jedem Kind möglich und können in der 4. Klasse noch für die eine oder andere Überraschung sorgen. Bleiben Sie also flexibel und legen Sie sich mit der Wahl der weiterführenden Schule nicht zu früh fest.

Es ist in jedem Fall von Vorteil, wenn Kinder Interesse an der angestrebten Schulart zeigen und den Übertritt bejahen. Machen Sie aber nicht den Fehler, diese weit reichende Entscheidung zu sehr dem Urteil Ihres Kindes zu überlassen. Oft orientieren sich Kinder im Grundschulalter lediglich an der Handlungsweise von Mitschülern oder Freunden, ohne zu wissen, was sie an der neuen Schule erwartet. Beziehen Sie Ihr Kind in den Entscheidungsprozess mit ein, aber behalten Sie sich das letzte Wort vor. Ein Schulabbruch mit später Einsicht ("Aber er/sie wollte doch unbedingt zum Gymnasium") kann Ihnen so vielleicht erspart bleiben.

Als Entscheidungshilfe für die Wahl des richtigen Schultyps haben wir einige Schlüsselfragen zusammengestellt. Beurteilen Sie Ihr Kind bitte möglichst objektiv nach den folgenden Kriterien. Je mehr Fragen Sie eindeutig mit „ja“ beantworten können, desto eher kommt ein höherer Bildungsgang für Ihr Kind in Betracht.

Download: Entscheidungshilfe_Schulwahl.pdf
Weitere Informationen finden Sie hier:
https://kultusministerium.hessen.de/schule/schulformen

Hier finden Sie eine Liste aller weitweführenden Schulen im Schwalm-Eder Kreis:

files/weiterfuehrende_Schulen_Schwalm-Eder-Kreis_2015.pdf